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Wabi-Kusa

Auf der letzten Heimtiermesse in Hannover bin ich über diese Art der Aquarienpflanzen-Pflege gestolpert. Gesehen habe ich so etwas noch nie und bei meinem Wissensdurst musste ich mich anschließend in Ruhe damit auseinander setzten. Rausgekommen ist dabei folgendes:

Das Wort Wabi-Kusa ist eine Wortschöpfung aus dem Hause ADE, es setzt sich zusammen aus: Wabi "Ästhetik in der Einfachheit" und Kusa "Gras". Wörtlich übersetzt würde es also "Schöne Graslandschaft" heißen. Wabi-Kusa ist eine Schöpfung von Aqua Design Amano und stammt ursprünglich aus Japan.
Die Idee ist, eine natürliche Schönheit zu schaffen, indem man etwas Wildnis, ein kleines "Chaos" des Ineinanderwachsens der unterschiedlichsten Pflanzen, zulässt. Es ist eine Art, sich kreativ auszudrücken, die Suche nach dem, was Schönheit schafft, eine Kunstart. Somit ist das Wabi-Kusa auch eng mit dem Aquascaping verwandt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Wasi-Kusa zu gestalten: Meistens besteht es aus einem Wasserteil und einen oder mehreren "Inseln" in flachen Glas-Schalen oder halbhohen Aquarien. Es gibt sie aber auch ohne Wasserteil in flachen Glas-Schalen, größeren Gläsern oder Vasen. Es gibt im Handel schon ausgesprochene (teure) Wabi-Kusa Gläser zu kaufen aber der Phantasie der zu nutzenden Gefäße sind hier keine Grenzen gesetzt.
Eigentlich ist es eine Möglichkeit Aquarienpflanzen emers zu pflegen aber auch heimische kleine Moose, Sumpf- und Waldpflanzen finden hier Verwendung.
Für uns ist natürlich die Pflege der Aquarien-Pflanzen interessant, so können wir die Unterschiede von emers (über Wasser) zu submers (unter Wasser) genauer sehen.

Bodengrund:
Als Grundlage für die "Inseln" nimmt man eine Handvoll Bodengrund, das ADA Aqua Soil, welche unter ständiger Zugabe von Wasser solange geknetet wird, bis es eine homogene Konsistenz aufweist. Eingeschlossene Luftblasen sollten durch mehrmaliges Aufklopfen entfernt werden. Anschließend drückt man die Kugel in eine dickere Scheibenform, es ist darauf zu achten, dass die Scheibe nicht austrocknet.
Wenn man ohne Wasserteil arbeitet, kann man den losen Bodengrund gleich in die Schale füllen. Es empfiehlt sich zu unterst eine Schicht Dünger-Depot mit ein zu bringen.

Pflanzen:
Bei den Pflanzen bieten sich die im Handel erhältlichen "In-Vitro" Wasserpflanzen an, die sich recht schnell problemlos auf ein reines emerses Wachstum einstellen. Die Pflanzen sollte man in kleinere Portionen teilen und das Gel entfernen. Mit einer feinen und spitzen Pinzette lassen sich dann die Pflänzchen einfach einpflanzen.
Aber auch Pflanzen, die beim Gärtnern im Aquarium über bleiben, kann man auf die emerse Kultur umstellen.

Licht:
Hierbei bieten sich LED Klemm- oder Tischlampen an. Es soll aber auch auf einer hellen und sonnigen Fensterbank funktionieren. Auch hier kann man sagen: Zu hell gibt es nicht.

Pflege:
Die bepflanzten Soil-Scheiben oder Gläser sollten die ersten Wochen mindestens einmal täglich mit einer Sprühflasche und kalkarmen Wasser (optimal temperiertes Regenwasser) besprüht werden. Wenn man das bepflanzte Gefäß die ersten Wochen mit Frischhaltefolie abdeckt und diese ab und zu lüftet (am Anfang wenig, auf öfter und länger steigernd), haben sich die Pflanzen akklimatisiert und die Folie kann ganz entfernt werden. Hilfreich ist es auch in die Folie Löcher zu machen und diese stetig vergrößern. In regelmäßigen Abständen sollte aber noch mit kalkarmen Wasser gesprüht werden. Hier kann man Aquarien- oder Regenwasser oder Osmosewasser nehmen, so hat man dann auch kaum Kalkflecken an dem Glas oder auf den Blättern.
(Februar 2015)


Die 1. Präsentation bei der Aquarien- und Terrarien-Ausstellung im Oktober 2015