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Lebendes Riffgestein

Lebendgestein, lebende Steine, lebendes Riffgestein


Oft schon bin ich gefragt worden: Warum fährst du so weit herum und kaufst die teuren Steine, es gibt doch günstigere, da kannst du dann mehr davon kaufen.

Nun denke ich, dass es an der Zeit ist, sich mal über diese lebenden Steine vernünftig schlau zu machen und alles schriftlich festzuhalten. So bin ich zum folgenden Ergebnis gekommen, je mehr lebende Steine in dem Aquarium sind, desto besser. Als Mindestmenge habe ich mir selber das Ziel gesetzt: mindestens 10% des Aquarieninhaltes in kg an lebenden Steinen, das würde bei z.B. einem 112 Liter Aquarium ca. 12 kg Lebendsteine (wobei die Menge dann auch noch nach wenig aussieht) sein. Bei den kleineren Mini-Riffen und Nanos sollte man ganz ohne Füllsteine (z.B. Lochgestein, tote Riffsteine) arbeiten, das ist finanziell doch machbar. In größeren und ganz großen Aquarien wird es dann schon recht teuer. Man kann davon ausgehen, dass 1 kg frisches Lebendgestein (zur Zeit) ca. 13,00€ kostet, das wären bei 10 kg lebendem Riffgestein schon ca. 130,00€.

Nun aber zu dem warum:

Es handelt sich bei den sogenannten "Lebenden Steinen" um Bruchstücke von Korallenskeletten die mit unzähligen Mikroorganismen, Algensporen und allerlei Kleinstlebewesen besetzt sind. Die Steine sind sehr porös und je nach Alter und Herkunft mit unzähligen kleinsten bis größeren Löchern versehen. "Lebende Steine" stammen aus Riffen tropischer Meere und sind meist korallinen Ursprungs, das heißt, es sind ehemals mit Korallen bewachsene Steine oder abgestorbene Korallenstöcke. Diese werden mit dem darauf sitzenden Bewuchs, feucht gehalten, importiert und vom Zoofachhändler in dafür vorgesehene spezielle Aquarien eingesetzt und mit Glück erwischt man gute Steine, die sich sogar als Überraschungspaket entpuppen können.

In neu eingerichteten Meerwasseraquarien muss sich erst langsam die Flora und Fauna des Riffs mit all seinen Mikrolebewesen entwickeln, das Einbringen der "Lebenden Steine" stellt sozusagen eine biologische Impfung dar und verkürzt die Einlaufzeit eines Meerwasseraquariums enorm. Durch die große Oberfläche bieten die Steine den Bakterien einen optimalen Siedlungsplatz. Des weiteren nimmt die Sauerstoffverfügbarkeit von außen nach innen ab, was den anaeroben Bakterien im Innern des Steines eine optimale Ansiedlung ermöglicht. So bietet solch ein Stein in den verschiedenen Zonen unterschiedliche Abbauprozesse. Das ist wahrscheinlich der Grund, dass ein mit vielen lebenden Steinen eingerichtetes Aquarium selten hohe Nitrat-Werte aufweist (wenn man es nicht zu stark mit Fischen besetzt oder sehr großzügig mit dem Futter umgeht).

Über die biologischen Eigenschaften hinaus bieten uns die lebenden Steine, durch die natürliche Beschaffenheit, auch einen dekorativen Zweck für das Meerwasseraquarium. Viele Steine sind schon mit Kalkalgen bewachsen, mit der Zeit bildet sich daraus eine natürliche Einrichtung, auf der immer wieder neue Tiere und höhere Algen entstehen können. Allerdings sollte man auch bedenken, dass durch die frischen lebenden Steine erwünschte und unerwünschte Tiere mit in das Aquarium einziehen könnten.


27.09.2006