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Nitrat und Phosphat

"Nitrat und Phosphat im Meerwasser" -

Alles was man darüber wissen sollte.

Mitschrift vom Vortrag am 04. März 2013 von Herrn Dr. Rieß
(Geschrieben von Andreas V., zur Veröffentlichung genehmigt von Andreas V. und Herrn Dr. Rieß)


Nitrat
Der Eintrag von Nitrat erfolgt durch Fischfutter, je mehr Fische, desto höher ist der Nitratwert im Aquarium.
Osmoseanlagen sind nur in der Lage ca. 70% des Nitrats aus dem Leitungswasser heraus zu ziehen.
In Hamburg liegt der Nitratwert in der Regel bei 0 mg, der gesetzliche Grenzwert liegt bei 50 mg/Liter.
Siehe hierzu:
http://www.hamburgwasser.de/wasserwerke.html

Maßnahmen gegen Nitrat:

1. eine gute Osmoseanlage einsetzen (70% ist bei hoher Leitungswasserbelastung besser als nichts)
2. ein guter Abschäumer reduziert den Eiweißeintrag vom Futter
3. Denitrifikation: sinnvoll ist ein Sandboden in Höhe von 7 bis 12 cm. In den obersten 1 bis 3 cm befindet sich Sauerstoff und entsprechende Lebewesen. Unterhalb von 3 cm ist kein Sauerstoff mehr vorhanden und bestimmte Bakterien verarbeiten Nitrat, in dem die Bakterien ein Sauerstoffatom vom Nitrat (Formel NO3) nehmen und es zu unschädlichem Stickstoff umbauen. Ein hoher Sandboden ist daher ein sehr guter Nitratfilter.
4. Der Einsatz von Caulerpa-Algen in einem beleuchteten Filterbecken und eine hohe Anzahl von Korallen führt ebenfalls zu einem langsamen Rückgang des Nitrats.
5. Der Einsatz eines Vollionentauschers (recht teuer) führt zu einem vollständigen Rückgang des Nitratwertes auf 0. (Nur im Ausgangswasser, nicht im Meerwasser einsetzbar!)
6. Ein 80% Wasserwechsel reduziert zu hohe Nitratwerte sofort.

Die Anwendung von Aminosäuren kann den Nitratwert erhöhen, da Aminosäuren ein Vorprodukt des Nitrats sind, also vorsichtig dosieren.

Das Trinkwasser in ländlichen Gebieten beinhaltet durch die landwirtschaftliche Düngung einen deutlich höheren Nitratwert!
Ein für Säuglinge möglicherweise schon tödlicher Nitratwert liegt bereits bei 70 mg/Liter!


Phosphat
Phosphat-Quellen:

1. Fischfutter (je teurer das Futter ist, desto höher ist der Anteil an Proteinen, insbesondere wenn Anteile von Krebstierchen enthalten sind). Von daher sollte ein Futter mit einem geringen Eiweißanteil (Proteine) benutzt werden.
2. Leitungswasser von den Wasserwerken enthält bei zu weichem Grundwasser einen recht hohen Phosphatwert, da die Phosphate bewusst zugesetzt werden um einen PH-Wert von 7 zu erreichen (damit Kupferleitungen nicht angegriffen werden.)

Der ideale Wert für Phosphat im Meerwasser beträgt unter 0,15 mg/Liter!

Maßnahmen gegen Phosphat:
Regelmäßiger Wasserwechsel und Einsatz von Caulerpa-Algen können helfen, zu hohe Phosphat-Werte zu reduzieren. Viel Lebendgestein und viel Sand binden viel Phosphat.
Unsere Meerwasseraquarien sind geschlossene Systeme; was einmal im Aquarium ist, bleibt auch drin!

Gerade bei einer Neuanlage eines Meerwasseraquariums empfiehlt sich unbedingt ein Phosphatadsorber auf Basis von Eisenhydroxid (und gerne auch mit Lantan).
Zu beachten ist allerdings dabei, dass in den ersten 3 Tagen ein massiver Phosphatabbau erfolgt (z.B. 1 mg/Tag), in der Folgezeit dann aber nur noch 0,1 mg/Tag.
Empfehlung:
http://shop.aqualight.de/product_info.php?info=p425_Phosphat-Filtersaeule-ca-1500ml.html&XTCsid=89712ced0a4a380221a673560b3dcb45
63,00€

Auch ein Kalkreaktor kann sich positiv bei zu hohen Phosphat-Werten auswirken.
Empfehlung:
Rowalith mit fossilem Korallenbruch

Alternativ kann eine Calziumzufuhr durch die Ballingmethode erfolgen.


16.03.2013