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Himmelmoor

Seit dem 19. Mai 2007 ist alles klar: Aquarianer sind Naturfreunde und Sammler.
Trotz dem typischen Norddeutschen Schmuddelwetter trafen sich um 10:00 Uhr 52 Personen aus ganz Schleswig-Holstein, bewaffnet mit Regenjacken, Gummistiefeln und diversen großen Taschen und Müllsäcken, beim Himmelmoor in Quickborn ein. Alle Altersstufen waren reichlich vertreten: von 4 bis 78 Jahren zeigten die Aquarianer reges Interesse, einen Tag im Moor zu verbringen.

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, fuhr die Lorenbahn mit 7 Anhängern und mit uns ins Moor. Diese bahn fuhr sehr langsam und bald wussten wir auch wieso. Die Schienen liegen ohne festen Unterbau auf dem Torf. Nach relativ kurzer Zeit wandern die Schienen auf dem Torf zur Seite und haben keine Ähnlichkeit mehr mit der Gradlinigkeit der DB. Wir bestaunten alle die herrlichen grünen Wege und stiegen bald aus, um mit Herrn Zschawonka den ersten Kontakt zum Himmelmoor herzustellen. Sofort wurden viele Fragen gestellt, z.B. leben hier Fische? Wie tief ist das Wasser? Herr Zschawonka erklärte alles mit viel Geduld und Fachwissen. Wir merkten schnell, dass er mit ganzer Seele in diesem Moor zu Hause ist und sich sehr für die Natur und Umwelt einsetzt. Stolz berichtete er, dass 19 Graugänse im renaturalisierten Bereich des Himmelmoor nisten. Das ist einzigartig, denn diese Vögel findet man sonst nur brütend am Meer.
Das Himmelmoor ist ein so genanntes Hochmoor. Die Torfschicht ist dort beachtliche 8 Meter hoch. Früher wurde der Torf durch Menschenkraft abgebaut und zum Heizen verwandt. Heute bauen riesige Raupenbagger auf riesigen Feldern den Torf ab, indem sie die Oberflächen aufpflügen und nachdem der Torf abgetrocknet ist, verladen sie ihn auf die Torfloren. Heutzutage wird der Torf z.B. in Gärtnereien verarbeitet
Nun fuhr die Lorenbahn mit uns über die riesigen Felder. Fast genau in deren Mitte wurde wieder ein Stopp eingelegt. 
Herr Zschawonka zeigte nach links und nach rechts und die Herzen aller Aquarianer schlugen bis in den nun endlich blauen Himmel. Schnell eilten sie in alle Richtungen davon, bewaffnet mit Eimern, Harken und Sägen, um die heiß begehrten Moorhölzer zu sammeln. Von kleinen handlichen Wurzelstücken bis hin zu Wurzeln, die nur mit zwei Männern zu tragen waren, wurde alles zur Lorenbahn gebracht und auf die zwei bis dahin leeren Loren verstaut.
Unsere Erika Stöcker war ebenfalls total begeistert und ärgerte sich schon mächtig, dass sie ihren Tümpelkescher nicht dabei hatte. Herrliche kleine Wasserlöcher riefen direkt nach diesem Aquarianer-Werkzeug. Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben.
Die Pflanzenwelt begeisterte uns alle ebenso. Sumpfkalla, Sonnentau und Wollgras sorgten dafür, dass unsere Augen sich an dieser herrlichen Landschaft nicht satt sehen konnten.


Sonnentau

Moosbeere

Sumpfkalla 

Herr Zschawonka erzählte sehr ausführlich, wie schwer es auch heute noch ist, das Moor zu erhalten. Die Birken sind sein größter "Feind". Ständig müssen sie im Moor gefällt werden, denn sie zerstören die Beschaffenheit des Hochmoores und verhindern, dass sich die Moosbeere ansiedeln kann. Durch seine Bemühungen wächst diese seltene Pflanze jedoch wieder im Quickborner Himmelmoor.
Nach gut 3 Stunden war unsere Reise durch das Moor beendet und alle Aquarianer waren zufrieden. Ich sah nur glückliche Gesichter, denn Aquarianer sind Naturfreunde und Sammler.
Eure Sabine


Einige Aquarianer haben sich zu einem Ausflug ins Himmelmoor getroffen, einerseits um etwas über die Natur zu lernen und dann natürlich die Vorräte an Moorkienwurzeln für die Aquarien aufzufrischen. Da wir eine Führung mit der Lorenbahn gebucht hatten, bekamen wir natürlich auch einiges an Hintergrundwissen über das Moor:
Das Himmelmoor liegt bei Quickborn und ist das größte Hochmoor in Schleswig-Holstein mit ca. 605 ha, davon werden ca. 142 ha zur Gewinnung von Torf genutzt. Die Torfschicht ist dort beachtliche 8 m hoch, früher wurde der Torf durch Menschenkraft abgebaut, heute machen es die riesigen Raupenbagger.
Es gibt zwei Rundwanderwege, für die man zwei bis drei Stunden Zeit einplanen sollte, einen Wanderweg auf den Spuren der Torfbahn und an manchen Wochenenden kann man auch Rundfahrten mit der Lorenbahn machen.
Derzeit wird im Moor noch Torf abgebaut und das sollte ursprünglich so lange weitergehen, bis das Moor verschwunden ist. Inzwischen wird aber die schrittweise Renaturierung (Rückgewinnung) des Himmelmoores betrieben, Flächen im Nordteil wurden wieder vernässt und dadurch sind bereits viele Birken (der Feind des Moores) abgestorben. Durch die Renaturierung wird jedoch deutlich, welche Vielfalt an Tieren die Natur hier siedeln lässt. Nur als Beispiel: 10 Paar Graugänse nisten erfolgreich im vernäßten Bereich, das ist einzigartig, da diese Vögel sonst nur am Meer brüten. Weiterhin finden sich dort Blässralle, Krickenten, Höckerschwäne, Kanadagänse, Raubvögel wie Turmfalken, Wespen- und Mäusebussarde, auch der Uhu hat hier sein Reich. Natürlich fehlen dort auch nicht die vielen verschiedenen Arten an Insekten (viele Libellen-Arten), Reptilien und Amphibien. Selbst verschiedene Fledermäuse gibt es dort.