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Keine Gräte im Eimer

Wie schon so oft hatte ich in meinem kleinen graben ähnlichen Gartenteich (6 m lang, 50 cm breit, 30 cm tief) Ende Mai einige Kardinalfische gesetzt. Kardinalfische vertragen kurzfristig bis +10°C. Meine Hoffnung, dass sie sich in diesem Jahr dort vermehren, hat sich nicht erfüllt. Aber durch das reichliche Sonnenlicht wuchsen die Fadenalgen im Teich, die ich mit einem Tümpelkescher entfernte.

Weil ich die Möglichkeit sah, dass dabei auch einige Fische unbemerkt zwischen den Algen gefangen wurden, füllte ich den Kescherinhalt mit etwas Wasser in einen Eimer und trennte die Algen mit der Hand vom Schlamm. Sobald sich dann alles auf dem Eimerboden  abgesetzt hatte und das Wasser wieder klar war, konnte ich leicht erkennen, welche Lebewesen sich in dem Eimer befanden. Erwartet hatte ich Jungfische, aber ich entdeckte etwas größeres mit vier Beinen, das immer wieder im Mulm verschwand, wenn sich der Schatten meines Kopfes über dem Eimer befand. Zu meiner Überraschung -und mit viel Geduld- fing ich 20(!) junge Molche, 1-4 cm lang. Die Schnecken, Libellenlarven und anderes Kleingetier, das gleichfalls mit dem Kescher herausgefischt worden war, wurden zurück in den Teich gesetzt. Die Molche und einige undefinierte Käfer mit Kopf, Augen, Freßwerkzeugen und 6 Beinen wie bei einer Spinne brachte ich in einem 20-Liter-Aquarium unter. Da einige Molche an der Strukturrückwand hochkletterten, wurde noch eine Abdeckscheibe auf das Aquarium gelegt.

Der erste Futterversuch mit jungen Artemien führte gleich zum Erfolg. Dabei konnte ich sehr deutlich die kleinen Mäuler der mir noch unbekannten Käfer beobachten. Am nächsten Tag war die Anzahl der Molche scheinbar stark reduziert, aber nach genauem Hinschauen entdeckte ich, dass sich ein Teil der Tiere in dem von mir eingebrachten Ricciakissen auf der Wasseroberfläche verkrochen hatten.

Im Herbst werde ich die kleinen Schwanzlurche zur Überwinterung in den größeren Teich setzen. Denn ob die Tiere zum Winter von dem kleinen Teich, in dem ich sie entdeckt habe, von sich aus in diesen tieferen, 7 Meter entfernten Teich wandern würden, ist schwer zu sagen. Meiner Meinung nach müsste ihr Überlebensinstinkt sie dazu veranlassen; andernfalls würden sie erfrieren.

Ich habe dieses kleine Erlebnis nicht zur Unterhaltung der Glashaus-Leser aufgeschrieben, sondern auch um den Teichbesitzern zu zeigen, dass bei der Reinigung ihrer Gewässer viele Lebewesen vernichtet werden können, wenn der Bodengrund ohne Kontrolle entsorgt wird.
Ugro (Glashaus 92)